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Freds Tagebuch #19

Eintrag #19 Mein Tagebuch, von Frederick Usiku Krüger





"Es treiben sich eine Menge Leute am Hof herum, die von zweifelhafter Loyalität sind. Jetzt, wo ich seit acht Jahren zu ihrem Stab gehöre, erfreue ich mich nicht länger der Anonymität der bizarren kleinen Kuriosität -- sie kennen die Position, die ich in ihrem Haushalt innehabe und achten jetzt auf mich, so daß ich mich mehr anstrengen muss um ihnen weiterhin voraus zu sein.


"Die Sicherheit wurde nie sehr ernst genommen um Kiyanti herum. Ich habe den Verdacht, es ist das Ordnungssystem Ihrer Hoheit -- schieb es einfach in den Lagerraum und vergiss es -- das bisher als einziges diese Spione davon abgehalten hat, all ihre schlimmsten Geheimnisse herauszufinden und sie auszuschlachten. Jetzt, wo ich es geschafft habe, die Dinge aufzuarbeiten, wäre es viel einfacher für einen Feind Zugriff auf die inneren Mechanismen von Rackenroon zu bekommen.


"Vielleicht bin ich nur übervorsichtig. Paranoia ist hier eine ansteckende Krankheit. Rackenroon mag niemanden interessieren, der nicht hier lebt, und selbst nicht die Leute, die wünschten, es würde einfach verschwinden. Aber es bleibt die Tatsache, daß jetzt, wo die Berichte in logischer Ordnung sortiert sind, sie verletzlich für Hacker geworden sind.


"Um dieses Problem zu lösen, bat ich meinen Vater, mir ein Verschlüsselungsprogramm zur Verfügung zu stellen, das so sicher ist, wie sein Hirn es machen kann. Er hat einige seiner Top Leute darauf angesetzt in ihrer Abteilung in Texas.


"Hauptsächlich muss ich die Tatsache verbergen, daß die Erbfolgefrage von Rackenroon das Potential hat, einen Weltkrieg zu starten, da ich fürchte, einige der Kriegstreiber in der Maramasai könnten das zu ihrem Vorteil nutzen. Ich gestehe, ich habe einen persönlichen Grund, so etwas zu vermeiden; alleine ein lokaler Flächenbrand zwischen den Fürstentümern würde meine Familie in den Bankrott treiben, weil so viel Brigadeeinheiten so tief bei uns verschuldet sind. Krieg ist ein Spiel für sie und Krüger wäre am Ende der Verlierer.


Währenddessen halte ich die Tür zum Aktenraum verschlossen und trage den einzigen Schlüssel bei mir. Ich muss auch endlich einen Weg finden, die Fürstin sanft unter Druck setzen, die Erbfolgefrage ein für allemal zu klären, selbst wenn dadurch das Ende meiner Freiheit besiegelt würde. Weil, sobald es eine designierte Erbin gibt, muß ich sie heiraten.


"Ich verstehe endlich, warum die Fürstin Trader Horn so mag. Als ein Einhorn ist er kein Teil des intriganten Netzwerks von Allianzen und Feindschaften der Hyänengesellschaft, also ist er niemandem zu etwas verpflichtet. Er ist frei zu gehen, wohin ihn beliebt, sprechen zu wem er mag und kann seine Intelligenz nutzen, wie er es für nötig hält. Selbstverständlich ist er, als ihr Jagdführer, Ihrer Hoheit in Ehre verpflichtet, und sie kann sich sicher fühlen, daß er keine versteckten Absichten im Schilde führt. Seine Loyalität gehört der Fürstin im Auftrag der Pflanzenfresser, für die er als Vermittler dient.


"Ich hatte zuletzt Gelegenheit, ihn selbst als Spion einzusetzen um mehr über die Beweggründe der Stadtleute herauszufinden und der Soldaten, ob sie entweder Jinjur oder Vyschuss bevorzugen. Wie sich herausstellte, ziehen sie ebenfalls "keine von beiden" vor.


"General Jinjur -- beide Mädchen wurden kürzlich befördert, als Besänftigung, um ihren Unmut wegen der Verzögerung eine Erbin zu wählen, zu ersticken -- wird für eine kompetente militärische Führungsperson gehalten, aber als sadistische und hinterhältige Person gesehen. Ihre Soldaten dienen ihr aus Pflicht und Furcht. General Vyschuss ist ein stumpfes Instrument und ihr Kommando wird von ihren Offizieren verwaltet. Da ihre Einheiten loyal zu den Häusern von Olnajine und Olgalili stehen, sind ihre Soldaten natürliche Partisanen und selbst, wenn ihre Generäle sie persönlich nicht mögen, werden sie sie unterstützen und alles tun, um sie besser aussehen zu lassen. Sie wissen auch daß, falls ihr General Fürstin von Rackenroon wird, ihr Status exponentiell ansteigen wird, da sie dann die Leibwache der neuen Fürstin werden.


"Das gegenwärtige Rackenroon Batallion fürchtet diesen unausweichlichen Wechsel der Wache, weil es für sie eine Degradierung bedeutet. Und da sie die Reputation der Lily Garde und der Schwarzen Wacht kennen, fürchten die gewöhnlichen Stadtbewohner um ihre Sicherheit in den Händen von wer auch immer Blut-und-Knochen nachfolgt.


"Normalerweise folgt eine neue Fürstin ihrer eigenen Mutter, so daß die Garde der Familie im Amt bleibt. In diesem Fall jedoch, welche Nichte auch immer Fürstin wird, wird die ihrer eigenen Familie eingeschworenen Krieger mit sich bringen und es gab jetzt drei Generationen Feindschaft zwischen Songween und den Clans ihrer Schwestern. Es wird Blut in den Straßen geben, so wird geglaubt, weil Rache geübt werden wird für Jahre an Respektlosikeit und Pöbeleien. Die Geburtstagsfeiern der Fürstin wurden zuletzt Jahr für Jahr kleiner, da ihre Untergebenen die Tage zählen, die ihr noch verbleiben mögen und ich habe gehört, daß einige Familien bereits entschieden haben, Kiyanti komplett zu verlassen, für den Fall, daß ein Bürgerkrieg ausbricht.


"Ob Blut-und-Knochen kämpfen wird, um Kiyanti zu halten, ist eine offene Frage. Legalerweise müssten sie Ruhe bewahren, ihre Fahnen einholen und der neuen Garde erlauben Kiyanti zu übernehmen. Aber wenn sie so loyal zu ihrer Fürstin sind, daß sie glauben, ihre Untergebenen vor der Rache der Lily oder der Wacht zu schützen, dann könnten die Dinge wirklich sehr hässlich werden.


"Die Situation wird allmählich angespannt. An der Oberfläche geht jedermann seinen Tagesgeschäften nach wie immer, aber es ist, als könnte man einen dunklen Unterton in den Cellos hören, neben all den Flöten und Violinen der sonnigen tropischen Tage am See.


"Glücklicherweise für uns alle, scheint Ihre Hoheit bei verwirrend guter Gesundheit zu sein für eine Frau ihres Alters, und sie zeigt sich ihren Untergebenen so oft wie möglich, um ihnen zu versichern, "sie ist noch nicht tot!" Und ihre Bürger kommen scharenweise um ihr zuzujubeln. Es spricht Bände über die beiden Anwärter auf ihren Thron, daß ihre Leute diese verrückte, verschrumpelte Tyrannin den Alternativen vorziehen. Ich schätze, es ist ein Fall von behalte den Teufel, den du kennst."





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