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Freds Tagebuch #50

Eintrag #50 Carry on + Tagebuch des Frederick U. Kruger





(Anmerkung des Lektors: Dies ist kein Teil von Freds Tagebuch, sondern Material über die Religion der Hyänen, das den Leser interessieren könnte, aus verschiedenen Quellen zusammengestellt und hier vorgestellt.)


Anmerkungen zur Religion der Hyänen


Hyänen sind technisch gesehen monotheistisch, weil sie eine Allmächtige Göttin haben; allerdings hat diese Göttin verschiedene Diener, von denen einige auch zu den Göttern gezählt werden.


Hyänen haben nicht großartig viel Religion. Sie haben bestimmt keinen Gott der Ernte oder Fruchtbarkeit, weil "Pflanzen sind das, was Essen frisst." Sie haben eine Göttin des Krieges, die sie um einen Sieg bitten -- aber da sie davon ausgehen, daß der Sieg immer ihnen gehört, ist es bloß eine Formalität. Um "Hilfe zu bitten" würde als Zeichen von Schwäche gesehen und ein Mangel an Vertrauen in sich selbst. Sie beten nicht wirklich für einen Sieg sondern es ist eher eine Einladung zu einem Festmahl.


Ihre oberste Göttin ist Ahemait, "Verschlinger der Toten". Sie hat drei Köpfe. Eine Kriegsgöttin, sie ist Richter, Jury und Henker in eins. Sie ist ausgesprochen übellaunig und ihre Köpfe streiten sich oft aber es heißt von ihr, daß sie ihre Nachkommen erbittert verteidigt. Die Verehrung von Ahemait geht mehr darum, ihre Gunst zu gewinnen, als um ihren Schutz zu bitten -- genau, wie Hyänen gegenüber ihnen sozial höherstehenden unterwürfig und respektvoll sind. Das beste Stück von jedem Festmahl wird Ahemait gewidmet. Ahemait wird eingeladen an jeder Schlacht teilzunehmen und ihren Teil an den Erschlagenen zu nehmen. Nach einer erfolgreichen Schlacht wird ihr ein Blutopfer dargebracht.


Das Symbol Ahemaits is ein Triskelion oder eine Dreifach Spirale, die drei verbundenen Strudel symbolisieren ihre drei unersättlichen Köpfe.


Es steht auch für die drei Hyänen Tugenden: Vertraue Dir selbst, Unterstütze Deinen Clan und Gehorche Deinem Anführer.


Die Hyänen kennen keine Priester. Die herrschende Fürstin eines Territoriums, der General einer Brigadeeinheit oder die Chefin eines Clans agiert als Priesterin für jegliche Zeremonien. Das sind gewöhnlich Hochzeiten oder die Präsentation von Welpen, die bestimmt sind, über den Clan zu herrschen, aber auch Rituale, die bei den Beerdigungen von hochrangigen Hyänen oder besonders tapfere Krieger durchgeführt werden. Auf dem Schlachtfeld dient der höchstrangige Offizier als Priesterin.



Ahemaits Ehemann ist Orthrus, "Der Wächter", auch genannt "Überbringer des Todes". Ihn zu sehen war ein Omen des kommenden Todes. Auf dem Schlachtfeld würde er den Hyänen den Sieg bringen, auf dessen Seite er kämpft. Er ist ein wilder, beinahe irrer Krieger, aber Ahemait vollständig untergeordnet -- mit anderen Worten, die perfekte männliche Hyäne.


Der Ursprung von Orthrus ist unklar. Einige sagen, er wurde von Ahemait geschaffen, weil sie jemanden brauchte, der ihr hilft; andere halten ihn für ihren Sohn, ohne einen Ehemann geboren, wie Krokotta, aber die meisten Hyänen weisen die inzestuösen Unterstellungen zurück, weil er schließlich Ahemaits Gemahl ist.


Orthrus gilt als "unvollständig", weil er nur männliche Attribute hat. Krokotta hat ihn mit einer ihrer Streiche um seine weibliche Seite betrogen. In dem Fall wären Orthrus und Krokotta Zwillingsschwestern gewesen und Krokotta betrog Orthus um seine weiblichen Attribute so daß sie alleine Ahemaits Erbin sein würde.


Die meisten nehmen an, daß Orthrus in Ahemaits Territorium wanderte und sie ihn irgendwann als ihren Gemahl akzeptierte, nach vielen Mißhandlungen, die er geduldig ertrug. Es ist möglich, daß Orthrus nach Krokottas Streich ging, nur um später zurückzukehren und als Ahemaits Gemahl akzeptiert zu werden. Die Legenden sind an diesem Punkt etwas vage.


Die Nachkommen, oder Bediensteten von Ahemait und Orthrus sind eine Anzahl von magischen Krieger, genannt Die Bande. Das sind gewöhnlich Sterbliche, die nach ihrem Tod in Die Bande aufgenommen werden, als Belohnung für ihre Tapferkeit. Es ist das Ziel jedes Hyänenkriegers, die Ehre zu erlangen in Die Bande aufgenommen zu werden, so daß sie in der Schlacht so viel Ruhm anzuhäufen versuchen, wie möglich.


Es gibt auch noch die Legende der Vorfahrin, Krokotta. Sie war eine gestaltwandlerische Hexe und ein Gaunergott, die anderen Tiere Streiche spielte und dadurch zu Land und guten Dinge für die Hyänen kam. Sie hatte die Gabe, sich in allen Sprachen verständigen zu können. Die Legende sagt, daß sie nicht getötet werden kann, oder daß sie unsterblich ist und immer noch über die Erde wandelt. Sterbende Krieger, denen es bestimmt ist zu Der Bande zu stoßen, werden "von Krokotta gerufen". Krokotta kann angeblich auch ihr Geschlecht wechseln und eine Legende sagt, daß sie sich selbst schwängerte und so die erste sterbliche Hyäne gebar.


Krokotta wird angerufen um bei Schwangerschaft und Geburt beizustehen, der Legende geschuldet, daß sie die Ahne aller sterblichen Hyänen sei. Krokotta ist die Tochter von Ahemait, aber ihre Nachkommen waren sterblich, weil sie sie parthenogenetisch geboren hat. Ahemait gefiel es nicht, daß Krokotta ihre eigenen Nachkommen geschaffen hatte und um ihre Position als Clanchefin verweigerte sie Krokottas Kindern die Unsterblichkeit. Sie erlaubte ihnen allerdings zu Der Bande zu stoßen, wenn sie sich würdig erwiesen.


Ahemait, Orthrus und Krokotta verkörpern gemeinsam die Hyänenideale des furchtlosen Kampfesfuror, Gehorsam gegenüber den Vorgesetzten und clever zu sein. Von den dreien genießt Krokotta die größte Popularität. Ahemait wird respektiert, Orthrus als Beispiel genutzt, aber Krokotta wird verehrt.


Hyänen schätzen Eigenschaften, die viele andere Geschöpfe abstoßend oder verwerflich finden, selbstverständlich ist ihr Held eine Gaunergöttin, die ihren Rivalen immer überlegen ist. Betrügen wird nicht verurteilt. Courage, Bösartigkeit und Stärke werden bewundert. Intelligenz wird nur bewundert als Fähigkeit seinen Gegner auszutricksen -- nicht wieviel Informationen über die Welt sich jemand einprägen kann.



Ihre "Mythologien" sind eher volkstümliche Erzählungen von berühmten Kriegern der Vergangenheit und ihre Heldentaten, als von Übernatürlichem. Vielleicht haben Hyänen nicht viel Vorstellungskraft, oder machten sich einfach keine Gedanken über die Ursprünge der Welt, aber sie haben keine solchen Geschichten.


Die Ausnahme ist ihr Glaube, es wäre eine Hyäne gewesen, die die Sonne erschuf um eine kalte Erde zu wärmen. Als den Ebenen das Essen ausging und die Beutespezies auszusterben begannen, ging eine Hyäne zum Vulkan und stahl etwas Feuer, um die Erde zu wärmen, aber das Feuer geriet außer Kontrolle und drohte, die Welt zu verbrennen. Die Hyänen mussten deshalb das Feuer an den Himmel versetzen. Alle Hyänenclans arbeiteten zusammen und kreisten es ein und bellten und lachen es aus bis es in die Luft sprang und am Himmel stecken blieb. Dieser Mythos soll wahrscheinlich die Idee vermitteln, daß es für Hyänen besser ist zusammenzuarbeiten, als sie alleine zu versuchen.


Die Hyänen sagen, daß sie ihre Flecken dort haben, wo sie von Funken des Himmelsfeuers verbrannt worden sind.



Ein anderer Mythos ist ähnlich dem von Maui, der Inseln mit seinem magischen Angelhaken heraufzog: einst, als es kein Essen gab, weil alle Beutetiere fortgelaufen waren (oder zu schwierig zu fangen waren, weil sie sehr gut sehen konnten), begann eine Hyäne in der flachen Erde zu graben, um etwas zu essen zu finden und häufte den Dreck hinter sich auf. Die anderen Tiere verspotteten sie, aber sie grub weiter. Jedesmal jedoch, wenn sie etwas ausgrub, stahl es einer der großen Beutegreifer. Schließlich hatte sie eine Bergkette geschaffen zwischen ihrem Clan und den anderen Fleischfressern und die Beutetiere dachten, sie wären sicher, kamen aus ihren Verstecken und begannen zu grasen. Da hatten die Hyänen, alleine mit all den Huftieren, auf einmal all das Essen, das sie sich nur wünschen konnten.



Ein anderer Hyänen Mythos besagt, daß am Anfang der Welt, Hyänen die einzigen großen Beutegreifer auf der Welt waren. Verschiedene Clans wanderten in neue Gebiete und Jahre später, als sie ein Familientreffen abhielten, waren aus den Clans Hunde, Katzen, Wiesel und Bären geworden, weil sie sich an die verschiedenen Umwelten angepasst hatten.



Hier ist eine Legende, die andere Tiere sich von den Tüpfelhyänen erzählen:


Vor vielen Zeitaltern wurden die Hyänen von ihren Männern beherrscht, genau wie bei den anderen Spezies. Aber die Männer waren faule Feiglinge und zwangen ihre Frauen all die harte, dreckige und gefährliche Arbeit zu machen. Schließlich wurden die Frauen tapfer und stark und gaben ihre Courage an ihre Kinder weiter. Aber sie mochten nicht, daß ihre Männer solche Feiglinge waren und als sie sehr stark geworden waren, überwältigten sie ihre Männer und zwangen sie als ihre Diener zu leben. Die Männer hatten keine Wahl, als zu gehorchen, und so ist es bis heute geblieben.



Hyänen haben ein Konzept ähnlich Walhalla, um Tapferkeit nach dem Tod zu belohnen, aber ihr Konzept von "Hölle" bedeutet noch im Leben gedemütigt zu werden. Das Gesicht zu verlieren, Status zu verlieren, Unehre oder Schande auf sich oder ihre Familien oder Einheiten zu laden, ist ein Schicksal schlimmer als der Tod. Hyänen fürchten den Tod nicht -- nur die Schande.


Der Himmel der Hyänen heißt "Der Garten des Essens".



Hyänen sind im Grunde genommen Fatalisten; was ist, das ist. Leute erfinden Götter, um auszudrücken, was sie fürchten oder um ihre Umgebung zu kontrollieren. Hyänen sagen, sie fürchten nichts und glauben immer alles unter Kontrolle zu haben.


Sie haben keine Fruchtbarkeitsgötter. Um Fruchtbarkeit zu beten, könnte eine zu große Konkurrenz um Resourcen verursachen. Dieser Gedanke steht wahrscheinlich auch hinter der Geringschätzung von Sex -- die Bevölkerung zu begrenzen sichert genug Essen für Alle. Wenn die Versorgung mit Essen schlechter wird, dann ziehen sie in den Krieg um mehr für sich zu sichern -- und dabei werden gleichzeitig viele der extra Münder getötet, die gefüttert werden müssten. Das Credo "Mehr für die Überlebenden" hat diesen Ursprung.


Sie mögen Krokotta um Glück bei der Jagd anrufen, oder darum ihre Tricks anzuwenden, um die Beute oder den Feind zu täuschen und den Sieg sicherzustellen. Und wenn die Zeiten gut sind, dann laden sie Ahemait zum Festessen ein. Da Ahemait unersättlich ist, denken sie sich, sie würde sicherstellen, daß bei dem Fest auch genug Nahrung vorhanden sein wird.


Es ist eine sehr pragmatische und egozentrische Weise die Welt zu sehen. Aber so sind die Hyänen.




Copyright by, Kathryn Garrison Kellogg

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