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Freds Tagebuch #31

Eintrag #31 Mein Tagebuch, von Frederick Usiku Krüger





"Was auch immer ich versuchte, ich konnte das kleine Schauspiel nicht aus dem Kopf bekommen. Es lief in einer Endlosschleife -- und ich fügte Dinge hinzu. Verzierte es. Dehnte es aus. Schuf Fortsetzungen.


Ich wußte, daß es alles Fake gewesen war und das machte es nur schlimmer. Sie war nicht an mir interessiert. Sie wünschte, ich würde verschwinden. Sie ertrug mich nur, weil ihre Großmütter darauf bestanden. Sie hatte es nur getan, um mich zu einer Reaktion zu provozieren und das war ihr gelungen. Und sie als erstes am Morgen zu sehen, nachdem ich sie zuletzt am Abend gesehen hatte und dann den ganzen Tag nichts besseres zu tun zu haben, als an sie zu denken, war auch nicht hilfreich.


Als wir an dem Morgen durch den Park liefen, ertappte ich mich des öfteren dabei, hinter ihr zurückzufallen, so daß ich sie ansehen konnte. Ich konnte nicht aufhören, daran zu denken, wie sehr ich wünschte, daß sie diese lüsternen Sachen mit vollem Ernst sagen würde. Sie war vollständig ahnungslos von meinem Elend bis ich beinahe von einem Auto überfahren wurde und dann schimpfte sie mich aus wegen meiner Abwesenheit. Ich ertrug ihre Schimpfe still mit beschämtem Gesicht.


Begehren war ein neues Gefühl für mich. Ich hatte vorher keine Gelegenheit gehabt, damit Erfahrungen zu sammeln. Die Offenbarung war überraschend und etwas beängstigend. Während ich in der Vergangenheit das normale zwicken gefühlt hatte, wie jeder normale, gesunde Hyänenmann, war dies ein überwältigendes bewußtes Verlangen nach einer bestimmten Frau, und dazu einer, der vielleicht -- oder vielleicht auch nicht -- meine Aufmerksamkeit willkommen war. Noch dazu war dies eine Frau, die ich bald heiraten würde und mit der von mir erwartet wurde, mich fortzupflanzen und das brachte mein unterdrücktes Gehirn dazu, alle möglichen erotischen Fantasien heraufzubeschwören, mit denen ich mich selbst folterte. Ich war wie ein verhungernder Mann, dem plötzlich Essen gezeigt wurde und in Gefahr kam, vor Völlerei krank zu werden.


Das Regiment meiner Mutter der wirksamen Konditionierung war ziemlich streng gewesen. Nicht, daß ich viel Konditionierung gebraucht hätte -- unsere Frauen sind bekanntermaßen unattraktiv. Ich hatte bisher nie auch nur den leisesten Hauch von Interesse für eine der Hyänen in Rackenroon verspürt und besonders nicht für die beiden anderen Kandidaten für die Position der Erbin -- eigentlich dachte ich, daß meine Libido ziemlich sicher zerstört wäre. Zu entdecken, daß ich nicht vom Hals abwärts tot war, war zutiefst verstörend für mich, besonders, weil das Objekt dieses plötzlichen, intensiven Verlangens kein Interesse daran zu haben schien, sie zu erfüllen... während sie in kurzen Hosen und Trägerhemd vor mir herjoggte.


Diese Situation konnte eindeutig nicht so weitergehen. Deshalb rief ich Madame Fisi an und fragte sie, ob es ihr möglich wäre, nach New Yak zu kommen und die Verantwortung für das Trainingsprogramm ihrer Enkelin zu übernehmen und erklärte, daß der "Ablenkungsfaktor" sehr reduziert würde, wäre sie dafür verantwortlich. Ich erwähnte nicht, wer genau abgelenkt wurde. Das löste mein drängendes Problem; allerdings war ihre Großmutter wesentlich härter zu ihr, als ich es gewesen war, sie machte mich dafür verantwortlich. Sie schluchzte während ihrer Übungen.


Madame Fisi diente auch in der Eigenschaft als Anstandsdame. Sie schien kein Problem mit Kathryns durchgesessener Couch zu haben; sie schlief auf dem Boden. Obwohl sie sich nicht in meinen Unterricht für ihre Enkelin einmischte, war es unmöglich, sich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren als den eigentlichen Unterricht, während sie in der Ecke lauerte.


Sobald sie eingetroffen war, ging ich nach Hyänasport zurück, um meine Pflichten als Adjutant Des Generals wieder aufzunehmen. Ich verbrachte auch Zeit damit, die notwendigen Arrangements für unsere Reise nach Afrika zu treffen. Ein paar Abende pro Woche jedoch, kehrte ich zur Stadt zurück für unsere gewohnten Unterrichtsstunden. Schließlich war es Teil meiner Pflicht sie zu lehren, was sie darüber wissen musste eine Fürstin zu sein.


Aber... wusste ich genug, um das erfolgreich zu tun? Und wenn die Zeit käme, meine Pflichten als Prinzgemahl zu erfüllen, würde ich mich als linkischer Trottel ohne jede praktische Erfahrung erweisen und damit enden, von ihr auf ewig verabscheut zu werden? Würde ich am falschen Ende eines Dolches enden, weil meine Ehefrau mit meiner Leistung unzufrieden war? Oder mit meiner Unfähigkeit überhaupt zu liefern?


Und so folterte ich mich selbst. Ich wollte ein guter Partner für sie sein. Ich wollte sie glücklich machen -- überglücklich. Während ich die grundlegende Mechanik der Hyänenkopulation kannte -- die bei unserer Spezies ziemlich bizarr ist -- stand ich damit, was es braucht, eine Frau wirklich zu befriedigen, völlig im dunkeln. Verstohlenerweise suchte ich Aufklärung. Da ich nur wenige, kurze Wochen der Vorbereitung hatte, musste ich verzweifelte Maßnahmen anwenden. Ich las kitschige Schlüpferstürmer Romanzen. Ich surfte im Internet. Ich lud "Wie man einer Hyäne gefällt, Teil 1 -36," herunter, wovon das meiste verbeugen, kriechen und unterwürfig sein beinhaltete, aber nach den ersten paar sachbezogenen Kapiteln war es mir zu peinlich, damit fortzufahren.


Die Wahrheit war, es war mir peinlich -- mir war die ganze Situation schon immer peinlich, aber jetzt, wo ich es jemand anderem zufügte, sah ich wie im Brennglas, wie offenkundig lächerlich das Ganze war. Es beleidigte meine Gefühle und ich stellte mir vor, daß es sie empörte. Irgendwie war es wie die Handlung aus einem schlechten Cartoon. Ich stellte mir vor, wie ich um meine eigene Ehefrau herumschleichen musste, um zärtliche Momente zu stehlen, wenn niemand zusah, während wir abstritten, irgendwelche Gefühle füreinander zu haben, weil solche Dinge verboten waren.


Ich konnte ihr nicht den Grund nennen, daß wir nicht auf wirkliche Verabredungen gehen konnten, weil romantische Situationen zu Romanzen führen könnten und meine Mutter hatte unmißverständlich klar gestellt, daß sie nicht wollte, daß ich mich "in das Mädchen verliebte". Es würde ihre Pläne ruinieren. Es war nicht einfach, daß sie nicht wollte, daß ich vor dem angemessenen Zeitpunkt Sex hätte, oder Spaß daran hatte, wenn ich es tat. Falls ich meine Ehefrau liebte, dann wäre ich eher geneigt, mich ihren Wünschen zu beugen, eher als denen meiner Mutter, was desaströs wäre für die Ambitionen meiner Mutter. Das konnte ich unmöglich Kathryn erklären. Zu erfahren, daß meine Mutter beabsichtigte, sie durch mich zu manipulieren, würde alles ruinieren, dessen war ich mir sicher.


Stattdessen also erstickte ich meine Gefühle, ließ sie denken, ich wäre ein kalter Fisch und hoffte inbrünstig, daß, wenn die Zeit käme, ich in der Lage wäre zu beweisen, wie falsch sie gelegen hatte."




Copyright by, Kathryn Garrison Kellogg


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