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Freds Tagebuch #33.1

Eintrag #33 Teil 1 Mein Tagebuch, von Frederick Usiku Krüger





"Für General Penthesilia zu arbeiten hält mich sehr beschäftigt. Obwohl sie technisch gesehen halb pensioniert ist und obwohl Amerika eine Nation ist, die so ziemlich mit der ganzen Welt in Frieden lebt, erfordert ihr Status als Oberste Kommandantin der Amerikanischen Liga von ihr, den Überblick über sämtliche verschiedenen Einheiten in der westlichen Hemisphäre zu behalten, und auch die Koordination mit anderen Brigadebasen in anderen Teilen der Welt.


Der General ist viel besser darin "Zeugs zu schlagen" und ist wirklich nicht gerne Administrator, also neigt sie dazu, viel von der eigentlichen Arbeit an ihre Assisstenten zu delegieren. Obwohl meine Position zu Beginn nur als Deckidentität für meinen tatsächlichen Aufenthalt in Hyänasport gedacht war, fand ich mich bald in der Situation, die ganze Arbeit zu machen -- fast genau wie in Kiyanti.


Jede Anfrage mit "Der General hat gesagt --" zu beginnen war gewöhnlich ausreichend, jede Zusammenarbeit zu bekommen, die ich benötigte. Es schien mir bei mehr als einer Gelegenheit daß, wenn ich eine unethische oder ambitioniertere Natur hätte, ich mit Leichtigkeit die Weltherrschaft hätte an mich reißen können.


Allerdings, das Vertrauen Des Generals zu verdienen -- und zu behalten -- und das der Fürstin von Rackenroon, war viel wertvoller für mich, als der zeitweise Status als König von Allem je hätte sein können.


Also arbeitete ich hart, ich war fleißig, effektiv, und unterwürfig und Der General behandelte mich mit ungewöhnlichem Respekt, wenn nicht Zuneigung. Ich würde ihre Enkelin heiraten und es war in meinem Interesse ihre Bewunderung auf jede mögliche Weise zu bekommen.


Ich will nicht sagen, daß ich Den General nicht fürchtete. Jeden Tag, an dem ich zur Arbeit in ihr Büro ging, erwartete ich von ihr eine Art Explosion. Jeden Nachmittag, an dem sie nach Hause ging sagte sie mir, "Gute Arbeit, Krüger. Ich werde Sie wahrscheinlich erst nächsten Morgen töten." Ich war mir nie absolut sicher, ob nur scherzte.


Meine Leistung in dem Duell mit Madame Fisi muß sie mächtig beeindruckt haben, weil sie mich gewöhnlich mit dem gleichen Respekt behandelte, wie ihre höchstrangigen Offiziere. Ich bemerkte diese besondere Behandlung und war dankbar dafür.


Wir sprachen kaum über "das Rackenroon Problem", weil es immer noch als "vertrauliche Information, die nicht erwähnt werden soll" eingestuft war. Niemand wußte, welche Ohren vielleicht mithörten und entschieden solch wertvolle Informationen weiterzugeben -- und sei es nur als Klatsch. Unser Erfolg würde auf dem Element der Überraschung basieren.


Mit dem Gedanken konnte die alte Taktikerin Penthesilia nicht verstehen, warum wir nicht sofort nach Kiyanti aufbrachen, nachdem wir Kathryn in ihr Geburtsrecht eingeweiht hatten. Sie fragte mich danach an einem besonders langsamen und heißen Tag, nachdem ich die Bemerkung hatte fallen lassen, daß es sich "wie zu Hause" anfühlte.


"Es war die Meinung der Fürstin," sagte ich, "daß es für Kathryn besser wäre, die notwendigen Fähigkeiten zum überleben in Rackenroon zu lernen, bevor sie dort eintrifft."


"Das macht Sinn," stimmte Der General zu und rieb ihr Kinn, "ich bin aber besorgt, wegen ihres fortgesetzten Kontakts mit ihren sogenannten "Freunden". Sie haben einen unangenehm großen Einfluß auf sie. Es ist möglich, daß es ihnen vielleicht gelingt sie zu überzeugen, von ihrer Verantwortung Abstand zu nehmen."


Ich hatte ähnliche Befürchtungen, aber so wie die Sache stand, gab es wenig, was ich dagegen tun konnte. Ich hatte nicht genügend Einfluß auf sie, um irgendetwas gegen die Leute zu sagen, mit denen sie so viel Zeit verbracht hatte.


Kathryn hatte dort viele Freunde und einer ihrer engsten Kumpane war Scooter Kildall. Er war der angestellte Künstler der Zeitung, bei der Kathryn beschäftigt war. Offensichtlich kannten sie sich seit der Kindheit und waren beste Freunde.


Ich wußte, daß da nichts physisches zwischen ihnen war. Ich hatte einige diskrete Nachforschungen angestellt und mich versichert, daß sie so jungfräulich war wie ich. Sie und Kildall standen sich einfach nur sehr nahe. Ich schätze, ich sollte eifersüchtig sein aber dazu sah ich keinen Grund, außer, daß sie so einen guten Freund hatte, während ich nie etwas derartiges gehabt hatte. Vielleicht würden sie und ich uns irgendwann an etwas Ähnlichem erfreuen.


Kildall war also Cartoonist und Kathryn mochte besonders seinen Charakter "Pepe, die Feuerameise", eine Art Parodie eines lateinamerikanischen Terroristen. Ich habe versucht, den Strip zu lesen und ich muß gestehen, daß ich nicht verstehe, was sie in dem Charakter sieht.


Ich habe Kildall vor ein paar Wochen zufällig meiner Mutter gegenüber erwähnt, während einer meiner Anrufe zu Hause zur Einsatzbesprechung. Sie schien hochinteressiert und quetschte mich nach Details aus über diesen "potentiellen Rivalen" von mir aus. Ich versuchte ihr zu sagen, daß Kildall kaum ein Rivale war aber meine Mutter bestand darauf, daß, solange er dabei war, ich niemals die volle Aufmerksamkeit Kathryns haben würde, was unabdingbar für unseren Plan war.


Ich fürchtete, sie würde vielleicht einen Anschlag auf den armen Kerl veranlassen, und sagte ihre geradeheraus, daß ihm auf keinen Fall etwas angetan werden dürfte. Ihr langes Schweigen machte mich glauben, ich hätte ihre Absichten korrekt erraten. Sie erzählte mir dann gereizt, daß sie ihn nicht verletzen würde -- internationales Recht und der ganze Müll -- aber ich fühlte mich durch ihre Versicherung nicht erleichtert.


Nicht viel später wurde Kildall ein Film Geschäft vorgeschlagen, für seinen "Pepe, die Feuerameise" Comic Strip, der erforderlich machte, daß er nach Colliefornia umzog, um als Storyberater am Film zu arbeiten. Obwohl ich nicht beweisen kann, daß meine Mutter dahinter steckte, habe ich doch den Verdacht -- und ich entschied, ihn für mich zu behalten.


Die Freude über Kildalls Erfolg war bittersüß. Der bevorstehende Verlust ihres Kindheitsfreundes machte Kathryn tieftraurig. Sie verbrachte mit ihm so viel Zeit, wie sie konnte, half ihm, sein Büro auszuräumen und sein Appartment einzupacken, half ihm dann, alles zur Farm seiner Eltern in den Catskills zu bringen, um es einzulagern. Ich gestattete ihr den Raum, den sie benötigte, um zu trauern, stand still im Schatten. Auf das Ende von etwas zu warten und dann zuzuschlagen, ist das, was Hyänen machen.


Ein Teil des Vorgangs beinhaltete, daß Kildall die Beziehung mit seiner Freundin, einem tanzenden Pferd namens Lola Cavalette beendete, die er im Cafe getroffen hatte. Er war nicht glücklich in der Beziehung und fürchtete, daß sie ihn nach Colliefornia begleiten wollte. Wie sich herausstellte, beendete sie die Beziehung, weil sie jemanden online getroffen hatte -- was ein Teil der Geschichte mit ziemlich merkwürdigen Umständen war.


Wie auch immer, ich kam in die Zeitung, um etwas mit Kathryn zu besprechen und fand sie auf ihrem Schreibtisch sitzend mit den Armen um Scooter gelegt, der seinen Kopf gegen ihren lehnte. Ich muß gestehen, ein leichtes zwicken von beleidigter Ehre zu spüren, sie so zu sehen; es war gegen meinen Sinn von Anstand. Und, na gut, vielleicht war ich ein wenig eifersüchtig. Aber Kildall erklärte schnell die Sache mit Lola und daß Kathryn ihm nur eine Schulter zum ausweinen gab. Also hielt ich mein ausgesprochen distanziertes Auftreten aufrecht und versicherte ihm, nichts befürchten zu müssen, unser Verhältnis wäre ein rein finanzielles und nur aus dynastischen Gründen, und das es keine Bindung oder Gefühle zwischen uns gäbe, die Eifersucht rechtfertigen könnte. Als ich das sagte, sah Kathryn mich finster an. "Du weißt wirklich, wie man Süßholz raspelt," grummelte sie. Ich dankte ihr und sagte ihr, ich würde mich bemühen. Ich bin nicht sicher, ob sie meinen Sarkasmus erkannte oder nicht. Zehn Jahre Arbeit für Ihre Hoheit hat mir die Fähigkeit verliehen, ihn gut zu maskieren.


Kildall war nur ein Hindernis, das mich davon abhielt, Andeutungen an Kathryn zu richten. Ihre Schwester war natürlich unüberwindbar. Ihre anderen Mitarbeiter konnte ich einfacher handhaben. Ich hatte kein Problem mit der Waschbärin, Helen Highwater, aber ich musste noch einen Weg finden, wie ich es verhindern konnte, daß der Fotoreporter Wolflynx und der Reporter Loxley uns begleiteten, wie ihr Boss, Walter Bussard verlangte, damit er eine Artikelserie für seine Zeitung daraus machen konnte. Das wäre eine unnötige Komplikation für meine Pläne."


(Fortsetzung folgt...)




Copyright by, Kathryn Garrison Kellogg

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