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  • Michael

Freds Tagebuch #34.3

Eintrag #34 Teil 3 Mein Tagebuch, von Frederick Usiku Krüger





Am nächsten Morgen, als sie mit ihrer Schwester trainierte, heuerte ich eine Gruppe Umzugsfachleute von Tristate Area Removals, Disposal and Indefinite Storage an, um ihr Appartment auszuräumen. Ihr Großvater Leo hatte sie empfohlen und mir gesagt, sie könnten mir viel Zeit sparen. Ich ging herüber, um sie einzulassen, weil Kathryn mir einen Ersatzschlüssel gegeben hatte und um sie zu überwachen; Ich wollte auch derjenige sein, der ihre persönlichen Sachen einpackte, weil ich diesen delikaten Job nicht einer Gruppe Fremder überlassen wollte.


Wahrscheinlich hätte ich die Aufgabe doch besser jemand anderem überlassen sollen. Ihre Privatsphäre vor neugierigen Augen zu schützen war das ritterlichste, was ich tun konnte, aber das bedeutete, ich würde selbst ihre Sachen sortieren müssen. Ich nahm einen tiefen Atemzug, um meine Nerven zu beruhigen und machte mich so schnell und effizient an die Arbeit, wie ich konnte.


Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen. Sie hatte noch nicht einmal entfernt "sexy" Dinge in ihrem Schrank. Das war sowohl eine Erleichterung als auch eine Enttäuschung. Alles war einfach, funktional und so androgyn, daß der einzige Hinweis auf ein Mädchen als Besitzer dieses Zeugs die Farbe Lavendel war, die überwog. Und selbst das würde von Tarin Firepelt durchgewunken.


Ich packte die meisten ihrer Sachen in eine große Kiste und stopfte etwas Unterwäsche in eine Tasche, die ich mitnehmen wollte für den Fall, daß die die ich für sie gekauft hatte, die falsche Größe hatten. Unglücklicherweise vergaß ich Büstenhalter. Der Gegenstand war nicht auf meinem Radar, wenn man so will.


Alles Essbare aus der Küche markierte ich als Lieferung für die lokale Tafel. Ich weiß nicht, ob sie dankbar waren für die Spende von "braunes Fleisch in Soße" und "Ausgewählte Säugetierstücke".


Das Umzugsteam schien gute Arbeit zu leisten, also überließ ich ihnen die Arbeit und sagte ihnen, sie sollten die Tür abschließen, wenn sie fertig wären. Glücklicherweise war das Appartement nicht sehr groß; sie hatten es in ungefähr einer Stunde leergeräumt.


Ich ging zum Cafe, um etwas zu essen und ihren Deckel zu begleichen. Weder Florence noch Mzzkiti hatten an dem Morgen Dienst und ich mußte mich wesentlich mehr anstrengen, damit die hohlköpfige Bedienung Ky verstand, daß ich Kathryns Rechnung bezahlen wollte, also zahlte ich einfach für mein eigenes Essen und entschied den Rest später zu erledigen. Ky bestand darauf, daß Kathryn keinen Deckel hätte -- Sleepy John, der Pinguin, hatte einen Deckel und Archae Optryx hatte einen Deckel aber Kathryn hatte eine Schnauze. Oder hieß sie Deckel? Sie hatte einen Bruder, hieß der Deckel? Wie geht es ihm? Er ist irgendwie süss. Und was hatte ich für ein Problem mit ihm das ich begleichen mußte? Und... so weiter.


Als ich zu ihrem Appartement zurückkehrte, sah ich daß die Tür noch teilweise offen stand und trat ein, aber es war nicht der Fehler der Umzugscrew -- Kathryn war von ihrem Morgentraining zurückgekehrt und lag gerade auf ihrem Rücken auf dem Boden mit den Füßen in der Luft und starrte an die Decke. Sie hatte einen verblüfften Ausdruck im Gesicht.


Alarmiert sprang ich ihr zur Seite, aber sie war nicht tot; sie sagte mit verwirrter Stimme, "Wo ist mein Zeug? Entweder bin ich ausgeraubt worden, oder..."


Ich beugte mich über sie. "Ich habe mir die Freiheit genommen, Ihr Appartment einzulagern in Erwartung Ihres Umzugs nach Rackenroon, Ihre Hoheit."


Sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf mich. "Warum hast Du das getan...?"


"Es war notwendig," sagte ich ihr. "Es ist an der Zeit. Da Sie ein geständiger Zauderer sind, hielt ich es für das Beste die Angelegenheit in meine eigenen Hände zu nehmen, um den Vorgang zu beschleunigen."


Sie setzte sich auf und sah sich finster um. "Du hast mein Appartment ausgeräumt!" sagte sie zornig. "Wo sind meine Sachen?!"


"Sicher, bei TARDIS," informierte ich sie. "Ihr Großvater Leo hat sie empfohlen."


Sie kam auf die Beine und gestikulierte in panischer Hektik. "Ich kann doch nicht zwei Wochen lang in einem leeren Appartment leben!"


Jetzt spielte ich meine Karten vorsichtig aus. "Sie... könnten zu mir kommen und in meinem Appartment wohnen..." schlug ich mit sorglosem, flachen Tonfall vor.


Sie starrte mich an. "Nachdem, wie ich gerade über Dich denke, Lieutenant -- NIE IM LEBEN!"


Sie bückte sich und nahm das einzige Ding an sich, das sich noch im Zimmer befand, ein kleines Daten Tablett und begann auf den Schirm zu tippen. "Oh, das ist -- das ist ja großartig! Ich werde Dich wegen Diebstahls verhaften lassen, Du -- Du -- Du elendes Wiesel!"


"Ich habe den Beleg für Ihre Sachen," sagte ich ihr.


Sie drehte sich zu mir um. "Wie kommst Du auf den Gedanken, das wäre eine gute Idee?! Ach was, ist mir egal -- Du bist von der Brigade, die schießen immer erst und stellen später fragen!"


Sie tippte weiter auf den Schirm und knurrte dann frustriert. "Sandy hat ihr Telefon abgeschaltet... ich rufe sie von -- Arbeit! Scheiße, ich muß zur Arbeit!"


Sie lief ins Schlafzimmer und schrie. "WO IST MEINE KLEIDUNG?!"


"Ich habe Ihnen gesagt, Ma'am --"


Zwei faustvoll ihrer Mähne greifend stammelte sie, "Du -- Du HAST MEINE SACHEN ANGEFASST?!"


"Da wir in Kürze verheiratet sein werden, dachte ich --"


"Das wars jetzt -- Du denkst nicht nach!" zischte sie mich an. Sie warf ihre Arme von sich und klatschte auf ihre Hüften. "Was mache ich denn jetzt? Weg -- alles, WEG!"


Ich begann jetzt etwas nervös zu werden und bekam Schwierigkeiten meine Ruhe zu bewahren. "Ma'am, wenn Sie bitte zuhören möchten, ich..."


Sie wirbelte herum und stach mit einem Finger gegen meine Brust. "Nein, Vierauge, Du hörst mir zu! Ich gehe jetzt zur Arbeit -- ich bin schon spät dran. Wenn ich nach Hause komme, dann erwarte ich, daß ALLES an seinem alten Ort ist, capische?" Ihre Finger krümmten sich um meine Kehle. "Ich könnte einfach -- OOOOOH!"


Sie beherrschte sich und schaute mich düster an. "Wenn Du stirbst -- wäre ich dann vom Haken?"


"Ich fürchte nicht, Ma'am," sagte ich höflich. Sie rollte ihre Lippen von ihren Zähnen zu einem wilden, unglücklichen Grinsen.


"Fantastisch. Verdammt, wenn ich es tue und verdammt, wenn ich es nicht tue..."


Sie schob das kleine Datapad in eine Tasche ihrer Shorts. "Und gib mir meinen verdammten Schlüssel zurück!" fügte sie als Nachgedanken hinzu, die Hand ausstreckend.


"Ich werde ihn brauchen, um Ihre Sachen zurückzubringen," erinnerte ich sie. Sie knurrte, warf ihre Hände in die Luft und stürmte hinaus.


Ich ließ meinen Atem mit einem langen, erschütterten Seufzer heraus. Wenigstens konnte ich noch atmen.


*


Ich hätte mir eigentlich nicht die Mühe zu machen brauchen ihre Möbel einzulagern -- es war ja nicht so, daß sie das Zeugs jemals wieder benötigen würde. Wenn ich bedenke, wie viel davon Müll war, dann hätte ich alles einfach wegwerfen sollen, aber es war nicht an mir, es zu entsorgen. Und ich war auch nicht unsensibel gegenüber ihrer Wut. Wenn die Situation umgekehrt gewesen wäre, dann hätte mir die Initiative und Effizienz auch nicht gefallen.


Meine Taktik war in der Tat gleichbedeutend mit dem bombardieren einer Stadt bis zur Kapitulation.


Ich ging zurück zu meinem Appartment. Die Schachtel mit Donuts und die Betäubungsmittel standen noch auf der Theke in der Küche. Ich schauderte, als ich sie ansah, aber ein Krieger hat keinen Platz für Reue.


Ich bereitete alles vor. Als es beinahe rünf Uhr war, ging ich zur Zeitung, um auf sie zu warten. Sie kam aus dem Aufzug, sah verärgert aus und verlangte, "Hast Du mein Zeugs schon zurückgebracht?"


Ich schauspielerte ein gekünsteltes Bedauern. "Nun, sehen Sie, Ma'am, es gab da ein kleines Problem mit --"


"Also 'nein'?" riet sie und äußerte einen gemurmelten Schwur.


"Sie können bei mir in der Suite bleiben," erinnerte ich, als sie ihr Telefon herauszog, "Es gibt viel Platz, drei Schlafzimmer und ich bin sicher, daß Sie sehr --"


"Vergiß es. Ich würde noch nicht mal im gleichen Viertel mit Dir bleiben." Sie begann Knöpfe zu drücken. "Ich bleibe bei Sandy. Ich - ich will Dich nicht sehen, bis Du meinen Scheiß zurückgebracht hast, okay?"


Ich schob meine Brille die Schnauze hoch. "Was ist mit unserem Unterricht heu --"


Sie hob einen Finger, um mich zum schweigen zu bringen. "Hey, Sandy --? Ich bins, Kathy. Louie hat alle meine Sachen einlagern lassen. Kann ich bei Dir bleiben, bis wir nach Rackenroon aufbrechen? Oh, danke. Was? Ja, ich weiß nicht. Vielleicht hat er es mit dem Kaffee übertrieben. Ich würde gerade gerne irgendetwas in seinen Arsch schieben..."


Das hörte sich nicht gerade angenehm an. Unbewußt zog ich den Schwanz ein.


"Ja, nun, ich bin gleich da. Ich kann auf Eurer Couch schlafen. Oh, ich brauche vielleicht ein paar Sachen -- ja, er hat meine Kleidung auch eingelagert. Ja, das mußt Du mir nicht sagen. Klar, sicher. Ich besorg was auf dem Weg zu Euch. Bis gleich. Bye. "


Sie legte auf und starrte mich wieder an. "Du bist ganz offiziell ein Freak und Du bist ganz oben auf meiner scheiß Liste, Lieutenant. Mir ist egal, für wen Du arbeitest, oder wer Du zu Hölle denkst, daß Du bist, aber dies mal bist Du zu weit gegangen."


Ohne ein weiteres Wort wirbelte sie herum und marschierte aus dem Gebäude. Ich ließ sie gehen.


(Fortsetzung folgt...)




Copyright by, Kathryn Garrison Kellogg


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